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Sozialtraining und Mediation: Das Gewaltpräventionsprojekt
Neu: Ab dem Schuljahr 2011/2012 werden die Paten der Realschule die neuen 5.Klässler der IGS betreuen!
Die konfliktfähige Schule: Realschule Winsen-Roydorf
Mediation
Mediation ist ein Verfahren der Konfliktregelung, bei der die Konfliktparteien freiwillig unter Leitung und Hilfe eines neutralen Dritten, der von beiden Seiten akzeptiert wird, ihre Streitigkeiten im Einvernehmen zu lösen versuchen.
Mediation ist Vermittlung Mediation bedeutet 'Vermittlung' und ist ein Verfahren zur Konfliktlösung. Ein Mediator ist als unparteiischer Dritter bei der Konfliktlösung behilflich, d.h. die Lösung eines Konfliktes wird nicht vom Mediator (auch Konfliktlotse) vorgegeben, sondern von den Kontrahenten erarbeitet. Dabei helfen die Mediatoren den Betroffenen sich über ihre Gefühle und Interessen klar zu werden und sie verständlich zum Ausdruck zu bringen. Das gemeinsame Ziel ist es, eine Lösung ohne Verlierer zu finden. Kleine Geschichte der Mediation Die Mediation hat eine lange Tradition. Um die Justiz zu entlasten, fand sie bereits im alten Ägypten und anderen östlichen Kulturen Anwendung. Große Bedeutung hat sie heutzutage vor allem im Reich der Mitte. In China werden sehr viele Streitigkeiten durch Mediation an Stelle von juristischen Prozessen gelöst. So waren es auch chinesische Einwanderer, die in den USA Mediationszentren einrichteten. Populär wurde diese Art der Streitschlichtung schon in den 60 und 70er Jahren, als die Gerichte von Prozessen überlastet wurden. Auf Grund des überragenden Erfolgs beim Schlichten von Nachbarschafts- und Familienstreitigkeiten verbreitete sich die Mediation schnell über alle Kontinente. In Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche professionelle Mediatoren, die bei diversen Streitigkeiten aufgesucht werden können. Voraussetzungen Grundvoraussetzung zur Konfliktlösung ist, dass die Streitparteien freiwillig zur Mediation erscheinen und dass beide Streitparteien zu einer befriedigenden Lösung kommen wollen. Mediation in der Schule Mediation durch ausgebildete Mediatoren ist der erste Baustein des Projektes an der Realschule Winsen-Roydorf Streitigkeiten gibt es überall im alltäglichen Leben und oft unter Kindern. Z.B. reißt Florian der Anna in der Pause die Trinkflasche aus der Hand und trinkt sie aus oder Stefan schmettert wütend den bei Carla geliehenen Tischtennis-Schläger auf den Boden, der dabei zu Bruch geht. Schlechte Stimmung, Streit, Stress, Vandalismus und Feindsinnigkeiten, Gewalt, lästern, ärgern - solche Verhaltensweisen vergiften häufig in Schulklassen das Lernklima. Darunter leiden Schüler wie Lehrer. Aber dem soll an der RS Winsen-Roydorf vorgebeugt bzw. Einhalt geboten werden. Solche Fälle - wie die beschriebenen - können in einem offenen Gespräch geklärt werden. Manchmal aber sind die Streithähne so auf ihre Standpunkte fixiert, dass sie dem Gegenüber nicht mehr zuhören können. Für diese Fälle gibt es Mediatoren und Schüler-Konfliktlotsen, die den passenden Rahmen für eine vernünftige Schilderung der Streit-ursache schaffen. Mediation gehört also auf alle Fälle in den Schulalltag! Durch dieses Verfahren kann in unserer Schule eine sinnvolle Streitkultur unter den Schülern etabliert werden, die es Ihnen ermöglicht, mit Konflikten vernünftig umzugehen und diese auch selbst lösen zu können. Konflikte sind nicht generell schlecht Konflikte per se sind nicht zu verurteilen, ihre Bewältigung kann als positive Effekte eine Überprüfung des eigenen Standpunktes, die Akzeptanz anderer Meinungen und somit eine gegenseitige Anerkennung mit sich bringen. Durch die Mediation werden gerade diese Ziele anvisiert und unterstützt. Ziele der Mediation Mediation hat als Ziel, den Streitparteien die Möglichkeit zu einem Kompromiss zu geben, mit dem sie beide zufrieden sind. Im Idealfall vertragen sie sich wieder! Eine erfolgreiche Mediation kennt also nur Gewinner! Siehe: www.sich-vertragen.de
Sozialtraining
Der zweite Baustein des Gewaltpräventionsprojektes ist das Sozialtraining in den 5. Klassen, welches an mehreren Projekttagen durchgeführt wird. In jeder Gruppe, ob Schulklasse, Reisegruppe, Fußballmannschaft oder Gesangsverein gibt es Konflikte. Diese treten besonders in bestimmten Phasen der Gruppenentwicklung auf. Um auf die „Stressphasen“ in den Klassen vorzubereiten und den damit einhergehenden Konflikten vorzubeugen, lernen die Schüler und Schülerinnen an der Realschule Winsen-Roydorf in Projekten, aufeinander zuzugehen, sich in ihrer Verschiedenheit zu respektieren und diese als Chance für eine gute Klasse anzusehen, Regeln für eine gutes Miteinander aufzustellen und auch einzuhalten. Sie lernen, Verantwortung für sich und ihr Klasse zu übernehmen ebenso wie Konflikte auch als Chance für Entwicklung zu begreifen (vgl. Mediation). Um den Klassenzusammenhalt auf diese Weise positiv zu beeinflussen, werden ein offenes Klima und Vertrauen zueinander angestrebt. „Eine Selbstverständlichkeit!“, denken viele. Stimmt, doch es ist eben nicht so einfach: Vertrauen und ein gutes Klima müssen wachsen. Also muss trainiert werden! Während des Sozialtrainings werden Probleme diskutiert, Übungen gemacht, Rollenspiele durchgeführt und diese auch reflektiert, um ein positives Klassenklima und eine angenehme Lernumgebung anzustreben. Konfliktlotsen und Paten
Der dritte Baustein des Projektes sind die Schüler-Konfliktlotsen und Patenschaften.
An der Realschule Winsen-Roydorf gibt es schon seit 2004 Paten. Seit Februar 2007 werden nun auch Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen zu Konfliktlotsen ausgebildet. Sie können den Schülerinnen und Schülern ab dem Schuljahr 2007/2008 bei Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit dem Mediationsverfahren helfen, Lösungswege zu finden. Außerdem sind sie die Paten der 5. Klassen: Sie begleiten die Klassen bei Ausflügen, betreuen Projektgruppen während der Sozialtrainingstage, leiten Übungen selbstständig an und stehen den 5.-Klässlern bei Fragen, Sorgen und Problemen unterstützend zur Seite. Alle Konfliktlotsen werden von den Schulmediatoren in einer wöchentlichen AG ausgebildet und intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet. Ab dem Schuljahr 2011/2012 werden die ausgebildeten Paten den 5. Klassen der neuen IGS zur Verfügung stehen.
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